09 Apr BAUHAUS 100+1 – DER NEUE MOME-CAMPUS

Gemeinsam mit zahlreichen anderen Städten feierte Budapest im letzten Jahr 100 Jahre Bauhaus-Gründung. Mit dem Maler und Bauhaus-Lehrer László Moholy-Nagy und dem Architekten und Bauhaus-Schüler Marcel Breuer waren ungarische Künstler von Beginn an integraler Bestandteil der weltberühmten Schule. Nicht umsonst wurde die Budapester Universität der Künste MOME nach Moholy-Nagy benannt, und nicht umsonst fühlten sich Ungarns Architekten besonders nach dem zweiten Weltkrieg der Klassischen Moderne besonders eng verbunden.

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Im September 2019 konnten Studenten, Professoren und Mitarbeiter der Kunstuniversität ihren neuen Campus beziehen, eine zweifellos großartige Antwort auf die Idee der Bauhaus-Schule exakt ein Jahrhundert später.

Transparenz und Neutralität

Nachdem bereits 2016 und 2018 die Werkstatt- und Medienhäuser MOME ONE und TWO nach Plänen des Architekturbüros CET Budapest fertiggestellt wurden, konnte 2019 mit den drei Häusern MOME BASE, MASTER und UP des Büros 3h der gesamte Campus bezogen werden. Die drei jüngsten Bauteile, in denen ihren Namen entsprechend die Bachelor- und Masterausbildung stattfindet, sowie Forschung und Innovation beheimatet sind, werden durch den unterirdischen MOME GROUND verbunden. Im Herz der Anlage finden in grandioser Beton-Licht-Architektur der neue Haupteingang und alle wichtigen Gemeinschaftsfunktionen ihren Platz. Aber schon von der Straße kommend eröffnet sich dem Besucher eine der wichtigsten Neuerungen des Areals: der Zaun zur Straße wurde entfernt, sodass der Zugang zum Park nun über die gesamte Länge der Zugligeti Straße möglich wurde. Mehr Offenheit lässt sich nicht herstellen. Der Gedanke von Durchlässigkeit und Transparenz zieht sich durch den gesamten Entwurf von Katalin Csillag und Zsolt Gunther aus dem Büro 3h, die damit bewusst an die Tradition der Klassischen Moderne anknüpften und zugleich ein optimistisches Statement aus Ungarn senden. Dass auch Materialwahl und Raumkonzept in der Tradition von Minimalismus, Neutralität und Zeitbeständigkeit stehen, erschließt sich dem Besucher rasch.

Moderne und zeitgenössische Architektur in direkter Nachbarschaft

Im BASE-Flügel zum Beispiel besteht die Hälfte der Nutzfläche aus miteinander verbundenen Lehrräumen, in denen vertikal eingehängte Funktionen schwimmen: Modellbauwerkstätten, Kantinen oder einfach nur Garderoben. Im MASTER-Flügel konnte diese Idee nur durch radikalen Umbau des sogenannten Farkasdy-Hauses aus den 1950-er Jahren erreicht werden.

Die Lage der MOME-Kunstuniversität ist vom Übergang einer eher lockeren Wohnbebauung Budas zur hügeligen Villabebauung in den Bergen geprägt. Da diese Wohnviertel insbesondere in den 1930-er Jahren entstanden, verwundert es nicht, dass mit dem Pasaréti Platz und der Napraforgó Straße gleich zwei Fokuspunkte Budapester Bauhaus-Architektur fußläufig zum Campus liegen und sich somit perfekt zu einem Architekturspaziergang verknüpfen lassen: von den Bauten der Klassischen Moderne zum Neubau der Moholy-Nagy-Kunstuniversität.

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