25 Nov FOSTER UND PARTNERS – ZWEITER ANLAUF

2010 überraschte ein kleiner ungarischer Investor die Öffentlichkeit mit den Plänen zum Umbau eines zentral gelegenen Stadtquartiers. Leer stehende, ungenutzte Bauten sollten verschwinden und an ihrer Stelle ein zeitgemäßer Glas-Stahl-Komplex aus dem Büro Foster und Partners entstehen, auf dessen Dach ein Zeppelin-förmiges Aussichtsrestaurant eröffnen sollte. Die Radikalität des Entwurfs störte Verantwortliche des Bezirks und des Denkmalschutzes so sehr, dass nach kurzer heftiger Diskussion klar wurde: Sir Norman Foster kommt mit seinem Stil nicht in die Innenstadt von Budapest. Pikant: an exakt gleicher Stelle dreht sich heute das „Budapest Eye“ für Touristen, das rein gar nichts mit seiner historischen Umgebung zu tun hat.

Markantes Projekt im Quartier BudaPart

Nun könnte der Hightech-Stil von Sir Norman Foster mit anderem Bauherrn und an anderem Ort doch noch an die Donau kommen. Anfang Oktober wurden Pläne des größten ungarischen Unternehmens MOL bekannt gegeben, bis 2021 einen 120 Meter hohen Turm nach Plänen des britischen Stararchitekten zu errichten. Die neue Firmenzentrale ist Teil des neuen Stadtquartiers BudaPart an der Donau, das bereits im Bau ist. Der gläserne MOL-Turm mit seinen 28 Geschossen wird dabei natürlich das sichtbarste und markanteste Element des attraktiven Areals werden. Der an den Turm anschließende 30 Meter hohe Flügel, Podium genannt, wird für die Öffentlichkeit zugänglich sein und sichert zugleich den städtebaulichen Übergang zu den anderen Bauten des BudaPart-Quartiers. Vorteilhaft ist zudem, dass auf der nördlich anschließenden Seite des Areals mit dem Infopark  und dem Campus der Technischen Universität bereits intakte junge Stadtviertel existieren.

Umweltfreundliche Anreise für 2500 Mitarbeiter

Erst vor kurzem wurde zudem die längste Budapester Straßenbahnlinie 1 (endlich!) über die Donau geführt und erschließt das Gebiet bereits jetzt. Den 2500 MOL-Mitarbeitern werden aber auch 380 Fahrradstellplätze (und 500 Autostellplätze) zur Verfügung  stehen – nur ein Element des Anspruchs des Investors, nicht nur einen modernen, sondern vor allem umweltfreundlichen Turm ans Budapester Donauufer zu stellen. Das Foster und Partners in Zusammenarbeit mit dem Büro FintaStudio dafür eine gute Wahl ist, haben viele frühere Arbeiten der beiden Büros gezeigt.

Hoffentlich ist dem Denkmalschutz der Entwurf, drei Kilometer vom 60 Meter hohen „Budapest Eye“ entfernt, diesmal nicht zu radikal

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